Ein Brandmelder hat am Donnerstag einen ungewöhnlichen Gefahrguteinsatz im Landkreis Segeberg (Schleswig-Holstein) ausgelöst: Er stand im Verdacht, radioaktiv zu sein.
Die alarmierte Feuerwehr rückte mit 80 Einsatzkräften und Gefahrgutspezialisten an. Ein erster Erkundungstrupp bestätigte den Verdacht, dass es sich bei dem Rauchmelder aus den 1970er Jahren um einen radioaktiv strahlenden Gegenstand handelt. Er wurde in einem Bleicontainer abgefahren. Bei den Bewohnern – und ihren 3 Hunden – wurde keine Kontamination durch Radioaktivität festgestellt.
Viele radioaktive Rauchmelder in den 70ern
In den 1970er Jahren waren viele Rauchmelder radioaktiv. Es handelte sich dabei um sogenannte Ionisationsrauchmelder, die eine kleine Menge einer radioaktiven Substanz – meist Americium-241, seltener Radium-226 – enthielten.
Die Radioaktivität war notwendig für das Funktionsprinzip der damaligen Ionisationsrauchmelder: Die ausgesandte Strahlung ionisiert die Luft in der Messkammer. Dringt Rauch ein, verändert sich die elektrische Leitfähigkeit der Luft, was vom Gerät erkannt und als Alarm gemeldet wird
Was tun mit alten Brandmeldern?
Alte, radioaktive Rauchmelder gelten als Gefahrgut und müssen fachgerecht entsorgt werden. Sie dürfen nicht im Hausmüll landen. Wird ein solches Gerät gefunden, wie kürzlich in Schleswig-Holstein, wird die Feuerwehr oder ein ABC-Zug (Spezialkräfte für atomare, biologische und chemische Gefahren) gerufen.
Die Experten sichern das Gerät, meist in einem Bleibehälter, und übergeben es zur fachgerechten Entsorgung an die zuständigen Behörden. Die Entsorgung ist in der Strahlenschutzverordnung geregelt.
