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Bargeld im Haus: Diese Verstecke sind besonders riskant

Viele Deutsche heben nach wie vor hohe Bargeldbeträge ab und bewahren sie in den eigenen vier Wänden auf. Eine Umfrage zeigt: Knapp ein Drittel der Bevölkerung vertraut lieber auf das eigene Zuhause als auf die Bank. Besonders ältere Menschen fühlen sich damit sicherer. Die Kriminalpolizei warnt jedoch seit Jahren vor dieser Praxis. Denn Einbrecher wissen genau, wo Menschen ihr Geld verstecken – und haben oft Routine, die gängigen Verstecke in wenigen Minuten zu durchsuchen.

Einbrecher handeln meist unter Zeitdruck und konzentrieren sich auf bestimmte Bereiche. Deshalb werden immer wieder dieselben Verstecke gefunden. Als besonders unsicher gelten laut Polizei und Sicherheitsberatern Kleiderschränke, Matratzen, Keks- oder Cornflakes-Dosen, Bücher, Vasen, Blumentöpfe oder Bilderrahmen. Auch Schubladen mit Schloss und die Schmutzwäsche gehören zu den ersten Orten, die Täter prüfen.

Typische Fehler bei der Aufbewahrung

„Viele glauben, ein ungewöhnlicher Ort mache das Versteck sicher. In Wahrheit suchen Einbrecher genau dort zuerst“, heißt es von der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle. Selbst Schmuckschatullen, kleine Tresore ohne Sicherheitszertifikat oder Elektrogeräte wie Fernseher und Laptops bieten keinen Schutz. Diese werden häufig komplett entwendet – samt Inhalt. Auch der vermeintlich clevere Platz im Spülkasten des Badezimmers ist laut Polizei längst kein Geheimtipp mehr.

Warum Bargeld zu Hause ein Risiko bleibt

Bargeld im Haus zieht Diebe an – und es gibt kaum Möglichkeiten, es vollständig zu schützen. Selbst verschlossene Türen, gute Schlösser oder Alarmanlagen bieten keinen absoluten Schutz, wenn das Geld an typischen Stellen deponiert wird. Einbrecher suchen gezielt nach Wertgegenständen, und geübte Täter brauchen oft weniger als zehn Minuten, um eine Wohnung zu durchsuchen.

Hinzu kommt: Nach einem Diebstahl ersetzt die Hausratversicherung in der Regel nur geringe Summen. Je nach Vertrag liegt die Obergrenze meist zwischen 1.000 und 2.000 Euro. Nur wer das Bargeld in einem zertifizierten Tresor verwahrt, hat Anspruch auf höhere Erstattungen. Die genaue Summe hängt von der Sicherheitsstufe des Tresors ab. Wer größere Beträge zu Hause aufbewahren möchte, sollte sich daher bei seiner Versicherung nach den geltenden Bedingungen erkundigen.

Empfehlungen der Polizei

Die Kriminalpolizei rät, grundsätzlich nur geringe Mengen Bargeld im Haus zu behalten – etwa für kleinere Einkäufe oder die persönliche Notfallreserve. Alles darüber hinaus sollte sicher auf der Bank verwahrt werden. Wenn überhaupt, sollte Bargeld in einem geprüften Tresor mit Verankerung und Widerstandsgrad II oder höher aufbewahrt werden. Auch der Aufstellort des Tresors spielt eine Rolle: Er sollte unauffällig und fest mit der Wand oder dem Boden verbunden sein, um ein einfaches Mitnehmen zu verhindern.

Polizeiexperten betonen außerdem, dass auch vermeintlich kreative Ideen wie „Verstecke im Haushalt“ keine langfristige Sicherheit bieten. „Täter sind genauso erfinderisch wie ihre Opfer – und meist schneller“, so ein Sprecher des Landeskriminalamts. Zudem kann ein Versteck zum Problem werden, wenn Angehörige nichts davon wissen. Immer wieder berichten Ermittler von Fällen, in denen hohe Summen nach dem Tod eines Bewohners zufällig oder gar nicht wiedergefunden wurden.

Besser vorsorgen als verstecken

Wer auf einen Notgroschen zu Hause nicht verzichten möchte, sollte das Risiko zumindest begrenzen. Für kleinere Beträge empfiehlt sich ein platzsparender Wandtresor oder ein Modell, das hinter einer fest montierten Blende verborgen ist. Der Zugang sollte nur engen Angehörigen bekannt sein. Größere Summen gehören in den Bankschließfachbereich, wo sie gegen Einbruch, Feuer und Verlust versichert sind.

Auch regelmäßige Einzahlungen und eine Kombination aus Giro- und Tagesgeldkonten können helfen, das eigene Vermögen zu sichern, ohne auf Liquidität zu verzichten. Wichtig ist in jedem Fall: Je weniger Menschen von einem Bargeldversteck wissen, desto geringer ist das Risiko eines gezielten Diebstahls.

Einbrecher kennen nahezu jedes Versteck

Die Vorstellung, Geld zu Hause sicher aufbewahren zu können, trügt. Einbrecher kennen nahezu jedes Versteck – von der Matratze bis zum Bücherregal. Wer größere Beträge bar lagert, riskiert nicht nur Verluste, sondern im Ernstfall auch Ärger mit der Versicherung. Experten raten deshalb: Nur kleine Summen im Haus behalten, den Rest sicher aufbewahren – und auf geprüfte Tresore setzen, wenn Bargeld unvermeidlich ist. Sicherheit entsteht nicht durch Geheimhaltung, sondern durch Vorsorge.