Ein Stromausfall kann zum Alltag gehören – ein Blackout dagegen legt das öffentliche Leben tagelang lahm. Kein Strom, kein Wasser, keine Einkaufsmöglichkeiten: Wer auf diesen Ernstfall vorbereitet ist, kann die Zeit bis zur Wiederherstellung der Versorgung sicher überstehen.
Jeder 3. Deutsche hat Angst vor einem Blackout. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Marktforschungsunternehmens Appinio hervor, das 1.000 Bundesbürger im Auftrag des B2B-Energiedienstleisters Elevion Group und seiner Tochtergesellschaft Elevion Green befragt hat.
Empfehlung: 10 Tage Notvorsorge
Im Gegensatz zum kurzzeitigen Stromausfall ist ein Blackout ein großflächiger und langandauernder Ausfall der Stromversorgung, der auch die Wasserversorgung und Infrastruktur mit einbezieht. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt daher, für mindestens 10 Tage vorzusorgen. Doch auch eine Vorbereitung für 2 bis 4 Tage kann im Ernstfall entscheidend sein.
„Hätten wir eine vorbereitete Bevölkerung, könnten wir ohne Probleme auch einen Stromausfall von einer Woche durchstehen“, sagt Robert Schmitt, Präsident des Medizinischen Katastrophen-Hilfswerks Deutschland (MHW).
Wasserversorgung sicherstellen
Wasser ist einer der wichtigsten Vorräte im Krisenfall. Das BBK rät zu 20 Litern Flüssigkeit pro Person für zehn Tage, davon fünf Liter für die Zubereitung von Speisen. Glasflaschen gelten als haltbarer als Kunststoffbehälter. Wenn der Strom ausfällt, sollten möglichst schnell Badewanne und Eimer mit Wasser befüllt werden – denn in manchen Regionen bleibt der Leitungsdruck noch eine Zeit lang erhalten.
Regenwasser kann als Brauchwasser genutzt werden, etwa zum Spülen oder Waschen. Trinkwasser muss hingegen gefiltert, abgekocht und gegebenenfalls mit speziellen Tabletten behandelt werden.
Toiletten, Heizen, Licht: Lösungen für den Alltag
Wenn die Spülung nicht mehr funktioniert, empfehlen Katastrophenhelfer Hundekot- oder Hygienebeutel. Alternativ lässt sich im Garten ein Notklo einrichten. Für Wärme im Haus eignen sich geschlossene Räume mit dicken Decken und warmer Kleidung. Auch ein Zelt im Wohnzimmer kann helfen, die Körperwärme zu halten. Offenes Feuer, Teelichtöfen oder Grills im Innenraum sind dagegen lebensgefährlich – wegen der Brandgefahr und möglicher Kohlenmonoxidvergiftung.
Zur Beleuchtung eignen sich batteriebetriebene Lampen, Stirnlampen oder Petroleumlaternen. Kerzen sollten nur in geschlossenen Laternen verwendet werden. Feuerlöscher oder Löschdecken sollten griffbereit sein.
Kommunikation und Informationen
Moderne Kommunikationsmittel sind im Blackout nur begrenzt einsatzfähig. Akkus von Handys oder Tablets sollten stets geladen sein, Powerbanks auf Vorrat bereitliegen. Für aktuelle Informationen sind batteriebetriebene oder kurbelbetriebene Radios hilfreich. Auch Solar-Radios mit USB-Anschluss sind eine Option. Das Internet fällt bei einem Stromausfall meist aus, ebenso wie Mobilfunknetze.
Örtliche Notfallstützpunkte wie Rathäuser oder Feuerwehrstationen fungieren im Ernstfall als sogenannte Katastrophenschutz-Leuchttürme mit begrenzten Hilfsangeboten und Notstromversorgung.
Lebensmittel und Kochen
Lebensmittelvorräte sollten mindestens für mehrere Tage ausreichen. Dabei sind Produkte von Vorteil, die sich ohne Kühlung und Zubereitung essen lassen – etwa Konserven, Trockenfrüchte oder Babynahrung. Gaskocher oder Campingkocher ermöglichen warmes Essen – allerdings nur im Freien oder bei geöffneter Fensterlüftung. Holzkohlegrills haben im Wohnraum nichts zu suchen.
Bargeld ist im Krisenfall unerlässlich, da Bankautomaten und Kartenzahlungssysteme ausfallen können. Ein kleiner Bargeldvorrat kann helfen, kurzfristig Lebensmittel oder Medikamente zu besorgen – sofern Geschäfte überhaupt geöffnet sind.
Vorsorge für besondere Bedürfnisse
Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen, die auf technische Hilfsmittel angewiesen sind, sollten sich frühzeitig im Notfallregister unter www.notfallregister.eu eintragen. Nur so können Hilfsdienste gezielt reagieren. Zudem ist es ratsam, Medikamente in ausreichender Menge im Haus zu haben.
Treffpunkte und Absprachen
Ein Stromausfall kann Familienmitglieder an verschiedenen Orten treffen. Absprachen über Treffpunkte oder Zeitfenster zum Nach-Hause-Kommen helfen, unnötige Suchaktionen zu vermeiden. In Mehrfamilienhäusern kann es sinnvoll sein, sich über regelmäßige Türöffnungen abzusprechen, da auch Klingeln nicht mehr funktionieren.
Nachbarn, Freunde oder Verwandte in benachbarten Orten mit funktionierender Versorgung können im Notfall eine wichtige Anlaufstelle sein. Auch hier helfen frühzeitige Absprachen, um im Ernstfall schnell handeln zu können.
