Das Angebot an Eingangstüren ist schier unendlich: Es gibt sie aus Holz, Aluminium oder Kunststoff, im Materialmix oder mit Glaselementen in den unterschiedlichsten Formen kombiniert.
„Bei der Suche nach dem besten Design vergisst man leicht, dass bei Haustüren vor allem die Dauerhaftigkeit wichtig ist“, betont Gerhard Fellermeier von Institut für Fenstertechnik (ift) in Rosenheim, einer unabhängigen Forschungs-, Prüf- und Zertifizierungsstelle für Fenster und Türen: „Schließlich ist sie täglich mehrmals in Benutzung.“ Entsprechend robust müssen Beschläge und Dichtungen sein. Der Tipp des Experten: Man sollte beim Kauf nachfragen, ob das ausgewählte Modell entsprechenden Tests unterzogen wurde. Eine Orientierung bieten Qualitätssiegel wie beispielsweise das RAL-Gütezeichen oder die ift-Zertifizierung. Belastungstests sind Voraussetzung für die Vergabe der Güteplaketten.
Die Tür muss dämmen
In Zeiten hoher Energiekosten empfiehlt sich außerdem ein genauer Blick auf die Dämmfähigkeit einer Tür. Je niedriger der U-Wert, umso besser schützt die Tür vor Wärmeverlusten. Eine gute Dämmung erziele man mit einem Wert zwischen 1,2 und 1,5, sagt Fellermeier. Für Passivhäuser werden sogar 0,8 erreicht. Vor allem in der Großstadt ist auch ein ausreichender Schallschutz wichtig. Ein Wert von 30 bis 34 Dezibel reiche im Normalfall aus, sagt der Fachmann. An einer stark befahrenen Straße sollte die Tür jedoch mindestens 40 Dezibel schlucken.
Je nach Lage des Hauses und Ausrichtung des Eingangs sind außerdem Windwiderstandsfähigkeit und Schlagregendichtheit bei einer Tür gefragt. Wichtige Hinweise bieten hier die „Einsatzempfehlungen für Fenster und Außentüren“, die das Institut zusammen mit verschiedenen Fachverbänden erarbeitet hat und die im Internet abgerufen werden können.
Aktiver Einbruchschutz
Entscheidend ist jedoch immer, dass die Tür fachgerecht eingebaut wird. Das gilt nicht nur für die Schall- und Wärmedämmung, sondern auch für den Einbruchschutz, betont Helmut Rieche, Vorsitzender der Aktion „Nicht bei mir – Initiative für aktiven Einbruchsschutz“, einer Aufklärungskampagne der Polizei, der Versicherungswirtschaft und verschiedener Verbände der Sicherheitsbranche. „Eine Tür kann mit noch so vielen Sicherheitselementen ausgestattet sein: Wenn sie nicht richtig im Gebäude verankert ist, bringt das alles nichts“, unterstreicht Rieche.
Wie gut eine Tür gewaltsamen Öffnungsversuchen standhält, lässt sich an ihrer Widerstandsklasse (WK) ablesen. Am meisten Sicherheit bietet eine Tür der WK 6, die allerdings nur bei Sonderbauten wie den Regierungsbauten in Berlin Verwendung findet. Für den normalen Einsatz reiche die Widerstandsklasse 2 aus, raten die Sicherheitsexperten bei der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes in Stuttgart. Eine solche Tür widerstehe 80 Prozent der Einbruchsversuche. Gern übersehen werden beim Sicherheitscheck die Nebeneingänge eines Hauses beispielsweise im Keller. „Dort muss derselbe Einbruchschutz bestehen wie an der Haustür“, betont der Experte.
„Wichtig ist, dass das Gesamt-Sicherheitspaket einer Tür stimmt“, sagt Rieche: „Jede Tür ist nur so sicher wie ihr schwächstes Bauteil.“ Das gilt vor allem, wenn man Sicherheitstechnik an einer Tür nachrüstet: Es bringe wenig, so Rieche, den Schließzylinder auszutauschen, wenn sich die Tür problemlos an den Scharnieren aufhebeln lasse. Für mehr Sicherheit sorgen in einem solchen Fall zusätzliche Beschläge. Aufwändiger in der Montage sind Querriegelschlösser.
